Der Mont Saint Michel

Wo sind wir hier?
Der Mont Saint Michel ist eine Insel im Wattenmeer am Ärmelkanal. Auf ihm thront eine große Kathedrale, erbaut zu Ehren des Erzengels Michael ab dem Jahr 708. Die Legende überliefert, dass der Bischof Aubert von Avranches im Traum vom Erzengel aufgesucht wurde. Dieser gehieß ihm, zu seinen Ehren eine Kirche auf einem Fels zu bauen. Aubert wollte am nächsten Morgen nicht glauben, dass der Traum real sein sollte. So erschien ihm der Erzengel in der nächsten Nacht erneut. Zum Beweis, dass er es ernst meine, drückte er ihm mit dem Daumen ein Loch in die Stirn. Der heute immernoch erhaltene Schädel des Bischof ist tatsächlich durch eine Delle gezeichnet.

Aufgenommen vom Staudamm des Couesnon

Heute ist der Mont Saint Michel ein seit 1984 unter dem Weltkulturerbe der UNESCO stehendes Monument. Es handelt sich um eine Kommune mit wenigen Einwohnern, bestehend aus Mönchen des ansässigen Benediktiner-Ordens. Viele Pilger finden sich hier für die Messe sein.

Offiziell steht er in der Normandie, da der Fluss Couesnon die Grenze zwischen Normandie und Bretagne bezeichnet. Zu früheren Zeiten floss der Couesnon mal rechts, mal links um den Mont. Da man durch die spätere Bebauung der Digue (Deichstraße) den Couesnon auf die linke Seite zwang, sagen die Bretonen: “Un jour, le Couesnon dans sa folie, mít le Mont en Normandie.” (Eines Tages setzte der Cousnon den Mont im Zuge einer Laune in die Normandie.)
Ganz besonders ist neben der Geschwindigkeit der aufkommenden Flut auch der Kreuzgang des Klosters: Seine Säulen stehen versetzt.

Unsere Reise
Wir besuchen den Mont bestimmt einmal im Jahr. Ich bin damit aufgewachsen, dennoch bin ich immer wieder von Neuem fasziniert und angezogen von der Schönheit.

Bauarbeiten
In den letzten Jahren gibt es ein Projekt, den Mont Saint Michel wieder in sein natürliches Umfeld zu begeben, sodass er bei Flut wieder voll von Wasser umgeben ist. Dazu wurden im Sommer 2012 die Parkplätze nach Beauvoir versetzt und die Bauarbeiten für eine Brücke begonnen. Seit 2011 gibt es eine Schleuse, die das Wasser des Couesnon so einsetzt, dass nach und nach der Sand weggespült wird. Die Digue soll abgerissen werden. Das Projekt ist höchstumstritten, einerseits wegen der hohen Kosten, andererseits, weil das ursprüngliche Umfeld des Mont Saint Michel vor über 1000 Jahren nicht das Meer, sondern in der Tat ein Wald war. Insbesondere Anwohner sind gegen die Realisierung, was jedoch auch an der Art und Weise der Umsetzung liegt.

Unsere Tipps
Am Besten sollte man ihn im Herbst besuchen. Dann sind weniger Touristen dort und es ist angenehmer, darin spazieren zu gehen.

Ansicht der Kathedrale

Parken: Seit dem Sommer 2012 wurden neue Parkplätze eingerichtet. Diese befinden sich in Beauvoir. Autos zahlen tagsüber 8,50€, ab 19h 2,50€. Von da aus muss man zwischen 800 und 1500m laufen, um eine kostenlose Navette zu erreichen. Diese fährt bis 10 vor 1 in der Nacht (Vorsicht, im Internet und auch auf den Schildern steht 1h). Danach kann man eine ausgeschriebene Nummer anrufen und kostenlos eine Navette bestellen.
Wer innerhalb der beschrankten Zone in Beauvoir, “La Caserne” genannt, ein Hotel oder ein Restaurant besucht, bezahlt 1,50€, die beim Besuch am Ende auf der Quittung stehen.
Dafür muss man dort reservieren. Am Telefon bekommt man einen Code, den man an der Schranke eingeben muss. Die Parkplätze dort sind direkt neben der Navette situiert.
Wir empfehlen jedoch folgendes: In Pontorson, ein Ort 10 km südlich vom Mont, fährt ein Bus bis zum Fuße des Mont für 2 Euro pro Nase, pro Fahrt, Kinder fahren gratis. Der Bus fährt in etwa so weit wie die Navette, dafür muss man nicht einen Kilometer durch Beauvoir laufen. In Pontorson am Bahnhof parkt man gratis. Fahrpläne gibt es am Bahnhof und im Office du Tourisme in Pontorson.

Im Mont:

  • Um zur Kathedrale zu kommen, muss man – alternativlos – viele Stufen (sehr viele!) steigen. Daher sollte man sich etwas Zeit mitnehmen und am besten eine gute Kamera, da der Aufgang sehr malerisch ist. Führungen durch die Abtei gibt es auch auf deutsch. Im Sommer gibt es auch Nachtführungen.
  • Es ist zu empfehlen, nicht nur durch die Gassen zu flanieren, sondern auch über die schönen Mauern zu spazieren, da es eine wunderschöne Aussicht über die Bucht, sowie schöne Ansichten der Kathedrale gibt.
  • Ein absoluter Insidertipp: Die Mitternachtsmesse an Weihnachten! Die Magie des Ortes während der Messe ist unbeschreiblich. Im Anschluss werden heißer Kakao und Kekse im großen Saal neben der Kirche angeboten. Dabei bekommt man die Möglichkeit, sich mit den Nonnen und Mönchen zu unterhalten, die manchmal auch deutsch können.
  • Eine Spezialität der Region sind Bols (also Schüsseln) mit Namen. Jeder Bretone, jeder Normanne hat einen Bol mit seinem Namen.
  • Die Preise für Getränke und Essen “auf die Hand” sind ziemlich hoch, wir empfehlen dringend, etwas zu trinken dabei zu haben.
  • Für die Mutigen gibt es auch Wanderungen durch das Wattenmeer. Wir raten dringend davon ab, diese alleine zu unternehmen. Dem Treibsand und der Flut, die mit der Geschwindigkeit eines galoppierenden Pferdes kommt, sind schon viele Urlauber zum Opfer gefallen.

Unterkunft: Wir empfehlen wärmstens, ein Chambre d’hôtes (Fremdenzimmer) oder ein Gíte (Ferienwohnung) zu mieten, und zwar in der Umgebung. Von da aus kann man auch wunderbar Ausflüge machen: für die Romantiker nach Combourg und Rennes, für die Geschichtsinteressierten zu den Landungsstränden und für die Abenteurer in die Piraten- und Hafenstadt Saint Malo.

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