Finistère August 2012

Der Weg ist das Ziel

Wo sind wir hier?
Das Finistère ist ein Departement in der Bretagne, mit Nummer 29. Chef-lieu, also die “Hauptstadt” des Départements ist Quimper, bekannt als Heimat der Faiencerie (Steingutherstellung). Die “Faiencerie de Quimper” ist weltweit bekannt, der Hersteller Henriot ist der älteste in ganz Frankreich. Hergestellt wird alles an Geschirr, und seit 2005 auch Schmuck. Die Bols sind wohl das bekannteste Produkt aus Steingut.
Die Landschaft hier ist geprägt durch religiöse Wahrzeichen, sogenannte “calvaires” (deutsch: Kalvarienberg). Diese bilden religiöse Szenen, insbesondere verbunden mit Jesus Christus, ab.

Die Kathedrale Saint Corentin

Unsere Reise
Wir waren im August 2012 im Finistère. Hingefahren sind wir mit dem Auto, ausgehend von der Bucht des Mont Saint Michel. Da es ein spontan geplanter Trip war, haben wir wenige Tage im Voraus ein Zimmer im Ibis Hotel Quimper Nord gebucht.
Der erste Weg führte uns zum am Südufer des Flüsschens “Odet” gelegenen Office de Tourisme. Dort haben wir uns Informationen über die Faiencerie beschafft. 10 Minuten zu Fuß vom Office de Tourisme befindet sich die Fabrik, durch die mehrere Male am Tag eine geführte Tour auf Französisch angeboten wird. Das haben wir natürlich in Anspruch genommen. Wir fanden die Tour sehr interessant und haben viel gelernt. Von einem Besuch im Museum haben wir dann allerdings abgesehen.
Es waren zwar nur 10 Fußminuten, aber da wir eine längere Fahrt hinter uns hatten, war es in den über 30 Grad Hitze so unangenehm, dass wir am Ende doch besser gefahren wären.

Strand im Finistère

Anschließend haben wir uns im Supermarkt ein Sandwich für den Weg geholt und sind ab zum  Ende der Welt! Der Ausflug dahin hat auf unserer Seite einen eigenen Artikel bekommen. Hier bleibt jedoch zu erwähnen, dass wir besser ein Hotel oder Chambre d’hôtes in der Nähe der Pointe du Raz genommen hätten.
Am nächsten Morgen sind wir noch vor dem Frühstück durch die Innenstadt von Quimper spaziert, die übrigens geziert ist von hübschen Fachwerkhäusern und einer Kathedrale dessen gotische Bauart mit viel Verzierung für die Region typisch ist. Gefrühstückt haben wir dann am Strand. Im Supermarkt ein Sandwich und eine große Flasche Wasser gekauft, und ab zur nächstgelegenen Küste an der Prèsqu’île de Crozon: Hier in Douarnenez war es traumhaft schön, warmer Sand, blaues Wasser, Sonne pur, kein einziges Wölkchen am Himmel… Hätten wir das mal nicht unterschätzt! Im Gedanken “Das ist ja die Bretagne, so schlimm heiß wird’s schon nicht sein.” haben wir uns viel zu spät eingecremt und waren in der einen Stunde, die wir am Strand genossen haben, knallrot geworden. Das wäre verhinderbar gewesen. Daraufhin haben wir uns stündlich nachgecremt, auch obwohl im Auto sitzend. Schließlich sind wir einmal quer durch die Halbinsel gefahren, um Brest von der anderen Seite der Bucht betrachten zu können, was auch ein sehr hübscher Anblick war. Während wir durch die Landschaft fuhren, durch die charakterstarken bretonischen Dörfer, sahen wir immer mehr kleine Kirchen, dessen Türme sehr aufwendig geschmückt waren und der Kathedrale von Quimper glichen. Auf dieser Reise war tatsächlich mehr der Weg das Ziel, da wir am erreichten Strand tatsächlich lediglich die schöne Ansicht von Brest bewundern wollten.

Szene aus dem Calvaire von Plougastel

So sind wir anschließend direkt nach Brest gefahren. Auf dem Weg dorthin hielten wir in Plougastel-Daoulas, um den dortigen Calvaire zu sehen. In der Vorstellung hatten wir mit etwas in der Art “großes Kreuz am Wegesrand” gerechnet, gegebenenfalls etwas geschmückt. Tatsächlich erwartete uns aber eine sehr detailreiche Statuensammlung mit Szenen aus dem Leben Jesu.
In Brest selbst sind wir erstmal bergauf gefahren, da unser Navi uns meldete, dort oben befinde sich die Innenstadt. Nicht nur das, wie wir feststellten, sondern vor allem auch die Aussicht auf die gesamte Industrie und den Hafen von Brest.
Das hatte man uns zwar schon vorher gesagt, aber wir wollten es mit eigenen Augen sehen. Und in der Tat: Brest ist nicht sehr hübsch, der bretonische Charme ist hier auf der Strecke geblieben. Die Häuser datieren alle aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, da damals alles zerstört wurde. Da es schon später nachmittag war, und wir eine mindestens dreistündige Fahrt noch vor uns hatten, beschlossen wir, nicht mehr durch die unspektakuläre Innenstadt zu spazieren, sondern nach Hause zu fahren, und dort zu abend zu essen.


Unsere Tipps

  • Wir empfehlen den Besuch der Fabrik von Henriot. Eintritt 5€ für Erwachsene, 4€ ermäßigt. Wer direkt an der Kasse bescheid sagt, bekommt für nur 2€ mehr auch den Eintritt ins Museum.
  • Unterschätzen Sie nicht die Sonne in der Bretagne, trotz niedrigerer Temperaturen ist sie auch hier stark, insbesondere am Meer, bzw. am Wasser.
  • Brest sollte man eher nicht zu einem der Haupttagespunkte machen. Man kann mal durchfahren und vielleicht eine Stunde durch die Innenstadt spazieren und eine Galette essen, aber als effektives Ziel empfehlen wir eher die Pointe du Raz als auch Quimper.

Links:

 

Artikel von Béatrice

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>