La Pointe du Raz, August 2012

Am Ende der Welt

Wo sind wir hier?

Die Pointe du Raz ist bekannt als das Ende der Welt. Hier soll die westlichste Spitze der Bretagne sein. Natürlich ist das westlichste Ende Europas unten an der iberischen Halbinsel. Doch wenn man hier sitzt und der Sonne nachsieht, fühlt es sich so an. Irgendwo dahinten ist Amerika…

Unsere Reise

Der lange Weg nach Westen

Wir sind im August 2012 an die Pointe du Raz gefahren. Unser Hotel hatten wir in Quimper.
So sind wir nach dem ersten Tag abends durch bretonische Dörfer bis ans Ende der Welt gefahren. Dachten wir jedenfalls. Tatsächlich kamen wir dort erstmal auf einen großen gebührenpflichtigen Parkplatz. Wir hatten erwartet, am Ende an einer Klippe anzukommen. Und wir hatten erwartet, so in etwa die einzigen dort zu sein, dachten, es wäre ein totaler Geheimtipp! Hm… aber irgendwie nicht. Der Parkplatz beinhaltete jede Menge Wegweiser: “–> La Pointe” stand drauf. Denen folgten wir und kamen zunächst an einen runden Platz mit vielen kleinen Touristengeschäften und Imbissmöglichkeiten. So kauften wir ein paar Postkarten und liefen weiter. An einem geschlossenen Museum vorbei bis zu einer Stelle, von der aus man entweder auf einer zementierten Straße oder auf einem steinigen Weg spazieren konnte. Hätten wir mal die Schilder gelesen, so wäre uns auch aufgefallen, dass die zementierte Straße für eine Shuttlebus gedacht ist. Doch leider fuhr der Bus nur bis 18.45 Uhr, so dass wir den gesamten Weg vom Besucherzentrum bis zur Spitze zu Fuß zurücklegen mussten. Die Strecke lohnte sich – wir hatten durchweg tolle Aussichten!

Sonnenruntergang

Kurz vor dem Ende des Weges befindet sich noch eine militärische Beobachtungsstation der französischen Armee. Daran vorbei erreichten wir endlich unser Ziel: Das Ende der Welt ! Und so fühlt man sich dort auch. Es bot sich uns ein atemberaubendes Panorama bestehend aus einer schroffen Felslandschaft und der beeindruckenden Weite des atlantischen Ozeans. Vor uns lagen nur noch einige kleine Erhebungen mit Leuchtürmen und, wie wir später erfuhren, noch eine kleine bewohnte Insel, die Île-de-Sein mit ihren 200 Einwohnern, die dort der rauen See trotzen. Neben uns hatten etliche andere Abenteurer den Weg zur Pointe du Raz gefunden und warteten auf den Sonnenuntergang. Einige waghalsige Besucher turnten auf den Klippen mit Bierflaschen in den Händen herum. Dieser Ort schien uns denkbar ungelegen für solche Manöver. Wir machten noch einige Fotos und setzten uns dann auf einen der Felsen, um den Sonnenuntergang anzusehen. Mit der Zeit wurde es aber recht kühl – der Wind blies doch recht heftig. Gegen 21.50 Uhr war es dann soweit: Die Sonne versank im Meer und zeichnete am Himmel die wunderbarsten Farben.

20 Minuten später war alles vorbei und wir machten uns auf den Rückweg, der uns deutlich langweiliger als der Hinweg vorkam. Alle Geschäfte waren inzwischen geschlossen und wir marschierten direkt zum Auto, um die lange Heimreise zu unserem Hotel in Quimper anzutreten. Glücklicherweise mussten wir keine Parkgebühren bezahlen, da die Schranke offen stand – wir vermuten, dass dies jeden Abend der Fall ist. Die Reise dahin hatte sich wirklich gelohnt. Anders als erwartet war dort mehr zu finden als nur eine öde Klippe am Meer. Wir können allen Besuchern dieser Gegend nur empfehlen die Magie dieses Ortes selber zu erleben. Dies war die Geburtsstunde unseres Reiseblogs.

Unsere Tipps

  • Am besten sollte man sich ein Hotel oder ein Chambre d’hôtes in der Nähe holen.
  • Achtung! Parken kostet 6 Euro! Bezahlt wird am Ausgang. Wer nach 10 Uhr abends aus dem Parkplatz rausfährt, muss jedoch nichts bezahlen (war zumindest bei uns so.) Es gibt wohl auch ein Jahresabo für 12 Euro. Wer also länger in der Region ist, sollte über die Investition nachdenken, denn es ist sicher schön, bei verschiedenen Wetterbedingungen dorthin zu fahren.
  • Der Weg vom Parkplatz bis zur Spitze ist gute 1,5km lang! Bis 18.45h gibt es eine Navette (also einen Shuttlebus). Wer den Sonnenuntergang sehen möchte, wird jedoch laufen müssen. Auch mit Birkenstocks gibt es wegen des steinigen Wegs Risiko, sich Blasen einzufangen (eigene Erfahrung).
  • Daher: Bequeme Schuhe anziehen und auch bei gutem Wetter windfeste Kleidung dabei haben.
  • Eventuell sollte man sich etwas zu trinken mitnehmen, der Weg ist schon lang und am Ende der Welt gibt’s keine Läden.
  • Wer den Sonnenuntergang betrachten möchte, sollte sich vorher informieren, wann die Sonne denn untergeht. Man unterschätzt, wie weit westlich man sich befindet.
  • Offenbar kann man auch Führungen machen, in denen man mehr über die natürlichen Verhältnisse der Umgebung erfährt. Ob sich dies lohnt, können wir leider nicht sagen.

Weblinks:
Seite der Pointe auf deutsch

Artikel von André und Béatrice

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